Meisterhaft: Blue Wings sichern den Titel in der Oberliga Nord

Unglaublich! Was für eine Leistung! Nach einem äußerst spannenden und knappen Playoff-Finale befand sich die Wolfsburger Teamzone im Ausnahmezustand. Ausgerechnet im wichtigen Endspiel – dem dritten Aufeinandertreffen zwischen Wolfsburg und Göttingen in 2018 – konnten die Blue Wings den Bann brechen und zugleich die Meisterschaft in der Oberliga Nord gewinnen. Vor 500 Zuschauern lieferten TV-Jahns Footballer eine Leistung, die seinesgleichen sucht. Besonders beeindruckend: rund 150 Wolfsburger reisten ebenfalls zur lautstarken Unterstützung nach Göttingen und wurden am Ende auch dafür belohnt. Anders als noch in den beiden regulären Saisonspielen (20:48; 31:44) setzte Wolfsburg den Göttingern alles entgegen und setzte sich letztlich mit 34:28 (6:0/6:622:16/0:8) durch. Ein weiteres Mal stellten die Gäste unter Beweis, dass sie keinesfalls zu unterschätzen sind und auf den Punkt genau abliefern können.

Bereits zu Spielbeginn machten die Wolfsburger deutlich, dass sie sich bestens vorbereitet hatten und die Heimreise nicht mit leeren Händen antreten wollten. Obwohl Göttingen den ersten Kickoff des Tages in Empfang nahm, durften sie das Angriffsrecht aufgrund eines Fumble direkt nach dem ersten Spielzug wieder abgeben. Die Blue Wings Offense konnte kurz vor der Endzone zwar vorerst keine Punkte erzielen, jedoch blieb das Momentum auf Seiten der Gäste. Denn: die Defense leistete volle Arbeit und konnte den Angriff der Göttinger ebenfalls frühzeitig unterbinden. Daraufhin nutzten die Blue Wings die nächste Chance, um mit einem 8-Yard Lauf von Arne Dettmer die ersten Punkte des Tages zu erzielen. Die Two-Point-Conversion schlug fehl (Stand 6:0).

Während die Zeit weiter voranschritt, zeigten sich die Wolfsburger bei ihrer Punktejagd noch lange nicht zufrieden und erhöhten im zweiten Quarter. Dieses Mal feuerte Quarterback Henrik Bosse einen 75-Yard Pass auf Receiver Marcel Heinecke, der sich von seinem Verteidiger absetzen konnte und erst in der Endzone Halt machte. Der Passversuch in der Two-Point-Conversion blieb erneut erfolglos (Stand 12:0). Nach dem deutlichen Dämpfer gaben nun auch die Generals ein Lebenszeichen von sich, bewegten sich mit ihrem Laufspiel voran und verkürzten den Vorsprung. Die Two-Point-Conversion blieb erfolglos (Stand 12:6). Bis zur Halbzeit änderte sich an dem Punktestand vorerst nichts mehr.

Nach der Halbzeit kamen beide Mannschaft offensichtlich wieder voll motiviert zurück auf das Spielfeld und lieferten sich im dritten Quarter eine wahre Punkteschlacht. Den Grundstein legten jedoch wieder die Gäste aus Wolfsburg, die ihre erste Chance mit der Offense sofort nutzten.

Quarterback Bosse warf erneut einen langen Pass über 70 Yards auf Receiver Arne Dettmer, der sich mit seiner Geschwindigkeit vom Gegner absetzen konnte. Den Extrapunkt verwandelte Kicker Sven Labahn (Stand 19:6). Nur wenige Momente später war die Offense schon wieder am Zug, da die Defense eine Interception erzwingen konnte. Diese Chance ließen sich die Blue Wings nicht entgehen und erzielten nach wenigen Versuchen den nächsten Touchdown durch einen 8-Yard Lauf von Marcel Heinecke, der sich fast schon an der Seitenlinie entlang hangelte. Der Extrapunkt von Labahn war gut (Stand 26:06). Wie schon zuvor in der ersten Halbzeit kämpften sich die Generals heran, um den Anschluss nicht komplett zu verlieren. Nach einer Reihe verschiedener Laufspielzüge stand Göttingen zum zweiten Mal in der Endzone. Die Two-Point-Conversion war zwar erfolgreich, jedoch zeigten sich die Blue Wings davon unbeeindruckt (Stand 26:14). Stattdessen legten die Wolfsburger nochmals einen drauf, indem sie sich mit ihrem starkem Passspiel über das gesamte Spielfeld bewegten und erst kurz vor der Endzone gestoppt werden. Diese Situation nutzte Running Back Kevin Walter eiskalt aus, der die restlichen 2-Yards zu Fuß im Schutz seiner Offensive Line überquerte. Die Two-Point-Conversion konnte Running Back Arthur Klassen mit einem Lauf durch die Mitte für sich entscheiden (Stand 34:14).

Während sich das Spielgeschehen allmählich der Schlussphase näherten, lehnten sich die Wings anscheinend etwas zu sehr zurück, da Göttingen plötzlich das Steuer übernahm. Da Wolfsburgs Offense nicht mehr in der Lage war, den Ball kontinuierlich nach vorne zu bewegen, musste diese das Angriffsrecht immer wieder schon frühzeitig abgeben. Dieses Mal ließ sich Göttingen nicht so einfach unterkriegen und kämpfte sich mit aller Macht voran. Diese wurden nach den zahlreichen Läufen dann auch für ihre Mühen belohnt. Die Two-Point-Conversion blieb erfolglos. (Stand 34:20).

Auch mit Beginn des vierten Quarters wollte der Funke bei Wolfsburg nicht mehr umspringen, so dass die Generals eine weitere Chance erhielten und diese auch eiskalt ausnutzten. Ein weiteres Mal liefen sie so lange gegen Wolfsburgs Defense bis diese schließlich einbrach. Mit einem weiteren Touchdown und der erfolgreichen Two-Point-Conversion in der Tasche waren die Gastgeber nahezu wieder auf Augenhöhe (Stand 34:28). Bei noch fünf verbliebenden Spielminuten erlebten die Wolfsburger dann auch noch eine der längsten und spannendsten Schlussphasen. Da die Offense vergeblich darum bemüht war, den Ball zu bewegen und somit die Uhr zu kontrollieren, war die Defense ein letztes Mal gefragt und diese wusste mit einer unglaublichen Leistung zu beeindrucken. Obwohl die Göttinger mittlerweile sogar auf einige Passversuche zurückgriffen, konnten sie Wolfsburgs Verteidigung nicht knacken.

Da ist das Ding! Die Wolfsburg Blue Wings sind Meister der Oberliga Nord

Nach einer derartig beeindruckenden Leistung war die Freude zum Abpfiff entsprechend groß. „Das war eine Wahnsinnsleistung!“ freut sich Headcoach Stefan Trienke nach Spielende. „Die Mannschaft ist über die gesamte Saison Vollgas gefahren und hat sich diesen Titel verdient“. Auch der gesamte Trainerstab zeigte sich sichtlich zufrieden und war von der Leistung des Teams überwältigt: „Mit so einem Ergebnis haben die Göttinger vermutlich nicht gerechnet.“

Währenddessen empfingen die Blue Wings bereits ihren Pokal und feierten ausgiebig mit ihren Fans auf dem Spielfeld. „Der größte Dank gilt vor allem unseren Fans, die uns tatkräftig vor Ort unterstützt haben und eine angenehme Atmosphäre geschaffen haben. Das hatte beinahe den Charakter eines Heimspiels“ resümiert Offense Captain Kevin Walter. Die Spieler zeigten sich sichtlich gerührt und hatten im Vorfeld gar nicht mit so einer starken Unterstützung gerechnet. „Das ehrt uns und bedeutet uns sehr viel. Wir haben die beste Unterstützung!“ so Walter weiter.

Dennoch war es im Vorfeld auch wichtig, neben der Unterstützung auch alle taktischen Mittel zurückzugreifen. Dementsprechend wurde innerhalb der vergangenen Wochen intensive Videoanalyse der Trainer betrieben, um die Schwachstellen der Generals zu identifizieren und dagegen vorgehen zu können. Vor allem in der Offense um Coordinator Torsten Schitting wurden personelle Umstellungen vorgenommen und Spielzüge angepasst, um die gegnerische Verteidigung zu knacken und ihr Markenzeichen als „Punktegarant“ zu untergraben. Letzten Endes hat es sich bezahlt gemacht, da Wolfsburg mit 34 erzielten Punkten zu alter Stärke zurückgefunden hat. „Wir sind die Nummer eins und das haben wir oft genug unter Beweis gestellt“ kommentiert Schitting. Obwohl die Offense zum Ende zwar einen kurzen Aussetzer hatte, leistete die Mannschaft Bestleistung und geriet kein einziges Mal in Rückstand.

Einen erheblichen Anteil daran hatte auch die Defense, die Göttingen bereits frühzeitig verunsichern und aus ihrem Rhythmus bringen konnte. Noch beeindruckender war jedoch der Auftritt in der Schlussphase. „Das war eine unglaubliche Leistung! Wir haben einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht“ lobt Defensive Coordinator Stefan Korten. In den letzten Jahren hat die Defense zu oft nicht genug Nerven gehabt und derartige Spiele doch noch im letzten Moment verloren. „Dieses Mal hat einfach alles geklappt, eine wahre Meisterleistung“ so Korten.

Mit acht Siegen, zwei Niederlagen und zwei Playoff-Siegen blicken die Blue Wings auf eine unglaublich erfolgreiche Saison zurück. Mit der Meisterschaft in der Hand geht es für die Wolfsburger nach sechs Jahren Oberliga Nord nun endlich zum nächsten Meilenstein, denn dem Aufstieg in die Regionalliga steht aus sportlicher Sicht nichts mehr im Weg.

Nach sechs Jahren freuen Mit der Meisterschaft der Oberliga Nord in der Hand freut sich der Aufsteiger voller Vorfreude auf den nächsten Meilenstein, den Schritt in die Regionalliga.