Tabellenführung adieu: Blue Wings erleben Blackout bei den Generals

Die Siegesserie ist nun doch gerissen! Niemand von TV-Jahns Footballern hat mit einer einfachen Auseinandersetzung gerechnet, aber das Endergebnis war dann doch äußerst überraschend. Statt des angekündigten Spitzenspiels blieb die Begegnung letzten Endes eher einseitig. Obwohl Wolfsburg einige nennenswerte Akzente setzen konnte, blieb die gewohnt starke Leistung über weite Strecken aus. Nach einem hitzigen Gefecht mussten sich die Blue Wings mit 20:48 (7:6/6:22/0:14/7:6) gegen die Generals geschlagen geben. Ausgerechnet im letzten Auswärtsspiel der Saison gab es bis auf Lehrgeld nicht viel zu holen. Fest steht aber: das war nicht dieselbe Wolfsburger Mannschaft, wie man es sonst gewöhnt ist.

Dabei hätte es so gut laufen können. Direkt zu Spielbeginn waren die Blue Wings einen Schritt schneller und setzten Göttingen unter Druck. Mit dem ersten Ballbesitz des Tages dauerte es nur wenige Versuche, bis die Offense eine gute Feldposition erreichte und Quarterback Henrik Bosse mit einem langen Touchdown-Pass auf Arne Dettmer die Führung erzielte. Auch der Extrapunkt von Kicker Chris Sonderhoff war erfolgreich (Stand 7:0). Dagegen hatte Wolfsburgs Defense deutliche Startschwierigkeiten, die das laufstarke Spiel der Göttinger zwar teilweise aufhalten konnte, jedoch trotzdem zu viel Raumgewinn in Kauf nehmen musste. Daher bewegten sich die Generals Stück für Stück über das Spielfeld, um mit einem finalen, langen Lauf durch die Mitte zu punkten. Durch die abgewehrte Two-Point-Conversion blieb die Führung zumindest noch hauchdünn erhalten (Stand 7:6).

Zum zweiten Quarter zeichnete sich bereits eine Abschlussschwäche der Offense ab, die aufgrund von Abstimmungsschwierigkeiten und Fehlern darum bemüht waren, den Ball generell nach vorne zu bewegen. Die Gastgeber nutzten die Situation aus und zogen souverän an den Blue Wings vorbei, indem sie sogar ihre läuferische Dominanz zur Geltung brachten. Nach einem weiteren langen Lauf in die Endzone folgte der Führungswechsel. Die Two-Point-Conversion war dieses Mal gut (Stand 7:14). Anstelle eines engen Schlagabtauschs gab es den nächsten Dämpfer für die Gäste, die ein weiteres Mal keine Punkte auf die Tafel brachten. Göttingen machte es wieder besser und überzeugte auch durch ihre Luftüberlegenheit mit einem langen Touchdown-Pass. Selbst mit der misslungenen Two-Point-Conversion wuchs das Punktepolster beachtlich an (Stand 7:20). Immerhin steckte Wolfsburg nicht einfach den Kopf in den Sand und zeigt wieder ein Lebenszeichen. Mit dem nächsten Angriffsrecht verkürzten die Offense mit einem langen Pass von QB Bosse auf Receiver Jan-Erik Leusmann, der seine Verteidiger stehen ließ und spielend einfach die Endzone erreicht. Der Extrapunkt wurde geblockt (Stand 13:20). Trotz einiger Ballverluste (Turnover) beider Mannschaften, war Göttingen kurz vor der Pause nochmals am Drücker und baute den Vorsprung wieder aus. Bei einer perfekten Feldposition war es mal wieder ein Lauf durch die Mitte und mal wieder eine Two-Point-Conversion (Stand 13:28).

Nach der Halbzeit änderte sich an dem Gesamtbild recht wenig. Die Generals marschierten kontinuierlich von einem First Down zum nächsten, ehe sie an der 1-Yard Linie den nächsten Touchdown vorbereiten. Zumindest die Two-Point-Conversion wurde verhindert (Stand 13:34). Bei diesem Punktestand liefen beide Mannschaften eher auf Sparflamme, da keine Mannschaft weitere nennenswerte Ergebnisse erzielen konnte. Erst kurz vor dem letzten Quarter setzte Göttingen zum nächsten Sprint an, die aufgrund einer Interception lediglich noch 15 Yards zu überbrücken hatten. Durch eine weitere Two-Point-Conversion war die Führung bereits enorm (Stand 13:42).

Im vierten Quarter machte Göttingen dann endgültig den Deckel zu. Nach einer weiteren Interception starteten sie von der eigenen 20-Yard Linie und arbeiteten sich kontinuierlich voran, um ein weiteres Mal die läuferischen Qualitäten zu feiern. Der Touchdown besiegelte somit schon das Ende. Two-Point nicht gut (Stand 13:48). Die Blue Wings schienen bis dato zwar machtlos, gaben den Kampf aber noch lange nicht auf. Mit dem nächsten Angriff meldete sich Wolfsburg auch wieder zurück, indem QB Bosse ein weiteres Mal Receiver Dettmer fand, der seinen Gegnern aufgrund der hohen Geschwindigkeit Probleme bereitete. Der Extrapunkt war gut (Stand 20:48). Obwohl es sich am Ende nur noch um Punktekosmetik gehandelt hat, zeigten die Gäste zum Ende zumindest noch etwas Kampfeifer.

Es hat mal wieder nicht gereicht! Die Blue Wings blieben machtlos

„Wir hatten zwei Matchbälle gegen Göttingen, jetzt bleibt uns nur noch einer. Es ist Zeit, die Ärmel hochzukrempeln, denn im Rückspiel gibt es einiges wieder gut zu machen“ kommentiert Headcoach Stefan Trienke nach Spielende. Das Rückspiel findet zwar bereits in wenigen Tagen statt, aber dennoch haben die Spieler einiges an Erfahrung mitgenommen, das es jetzt im Training aufzubereiten gibt. Grundsätzlich hat sich Wolfsburg aufgrund von Fehlern und Strafen immer wieder selbst aus dem Spiel genommen und Göttingen zu viel Freiraum geboten. Zudem hat sich die Mannschaft aufgrund des taktisch anspruchsvollen Gegners selbst schnell aus dem Konzept bringen lassen.

Offense Coordinator Torsten Schitting ist mit der Situation genauso unzufrieden: „Göttingen hat zwar guten Football abgeliefert, aber wir haben uns davon zu sehr beeindrucken lassen. Wir haben die Mittel, um auf einem technisch hohen Niveau zu spielen und solche Mannschaften zu schlagen. Jetzt liegt es an uns, wieder Kontrolle über den Ball zu gewinnen.“ Im gesamten Verlauf der Saison war Wolfsburgs Offense stets überlegen und diente als Punktegarant. Dieses Mal blieb die Punktemaschine aus, die sonst nie unter 42 Punkte in einem Spiel erzielt hat.

Viel Zeit bleibt den Blue Wings nicht, um wieder in die alte Spur zurück zu finden und den Generals endlich Einhalt zu gebieten. Denn: der erste Sieg steht immer noch aus und das Heimrecht möchte man sich auch nicht durch die Finger gehen zu lassen. Der Plan steht immer noch und Wolfsburg ist heißt darauf, sich die Tabellenführung wieder zurück zu erobern. Daher ist es für die Mannschaft umso wichtiger, mit dem Heimvorteil und gestärktem Rücken das Rückspiel gegen die Generals anzugehen. Kickoff ist am Sonntag um 15 Uhr.

 

Erzielte Punkte:
– Jan-Erik Leusmann (1 Touchdown)
– Arne Dettmer (2 Touchdowns)
– Chris Sonderhoff (2/3 PAT)