Heimpremiere geglückt: Blue Wings bleiben auf der Siegerstraße

Wer hätte das gedacht!? Zum ersten Heimspiel in der Saison gab es eine Überraschung, mit der vermutlich die wenigsten gerechnet haben. Obwohl die Zeichen gegen TV-Jahns Footballer standen, ließen sich die Regionalliga-Neulinge nicht beirren und bewiesen ein weiteres Mal, dass diese Mannschaft keineswegs unterschätzt werden sollte. Rund 200 Zuschauer waren am Samstag vor Ort, um das Aufeinandertreffen mit den starken Hamburg Blue Devils zu erleben. Am Ende überzeugten die Blue Wings mit einer starken Leistung und bezwangen die Devils knapp mit 30:24 (0:0/22:3/0:7/8:14). Momentan verweilen die Wolfsburger somit vorzeitig auf dem zweiten Tabellenplatz, wobei die Saison immer noch relativ frisch ist Dennoch: Jeder Sieg zählt und in Hinsicht auf den Klassenerhalt wurde ein weiterer Schritt nach vorne getätigt.

Schon zu Beginn machten die Blue Wings deutlich, dass sie sich nicht verstecken müssen und mit den Gästen auf Augenhöhe spielen. Dennoch blieben die Punkte im ersten Quarter aus, das äußerst schnell verlief und in einem offenen Schlagabtausch der beiden Kontrahenten endete, wobei die Endzone meistens außer Reichweite blieb.

Im zweiten Quarter drehten die Gastgeber dann richtig auf und überzeugten auf beiden Seiten des Balls. Den ersten Touchdown des Tages leitete Quarterback Henrik Bosse dann mit einem langen 65-Yard-Pass auf Receiver Arne Dettmer ein, der seinen Gegner keine Chance ließ und erst in der Endzone Halt machte. Den Extrapunkt verwandelte Kicker Sven Labahn (Stand 7:0). Mit der Führung im Rücken legte die Defense noch einen drauf und ließ dem Hamburger Angriffsspiel kaum eine Chance, indem sie einen Fumble (Ballverlust) erzwangen und die eigene Offense wieder auf das Spielfeld schickten. Aufgrund der idealen Feldposition benötigten die Blue Wings mit ihrem erfolgreichen Laufspiel nur wenige Versuche bis zur gegnerischen Endzone, ehe Runningback Kevin Walter die restlichen 5 Yards mitsamt seinen Vorblockern überbrückte und den nächsten Touchdown erzielte. Der Extrapunkt von Labahn war erneut erfolgreich (Stand 14:0). Wolfsburg überließ den Gästen weiterhin kaum Spielraum und bestrafte jeden kleinen Fehler, so dass die Hamburger immer mehr Raumverlust hinnehmen mussten und die Serie durch eine Interception von Neuling Ruslan Becker gekrönt wurde. Wolfsburgs Offense zögerte nicht lang und nutzte die Situation mit einer schnellen Angriffsserie gnadenlos aus, die mit einem 7-Yard Pass auf Receiver Dettmer endetet, der seinen zweiten Touchdown erzielte. Auch bei der anschließenden Two-Point-Conversion ließ Dettmer nichts anbrennen, der ein weiteres Mal die Endzone erreichte und die Führung weiter ausbaute (Stand 22:0). Die Blue Devils gaben sich dennoch nicht so leicht geschlagen und setzten kurz vor der Halbzeit alles daran, den Anschluss zu halten. Nach einigen erfolgreichen Läufen und Pässen hatten

sie sich weit genug vorangekämpft, um ein Fieldgoal aus beachtlicher Distanz (51 Yards) zu erzielen (Stand 22:03).

Offensichtlich schöpften die Hamburger in der Pause eine Menge Motivation, da sie nach der Halbzeit den eindeutig besseren Start hinlegten und eine fulminante Aufholjagd starteten. Dieses Mal wurden die Wolfsburger frühzeitig gestoppt und fanden keine Antwort auf das Laufspiel der Hamburger, die nach wenigen Versuchen die Endzone erreichten und das Ergebnis schmälerte. Auch der Extrapunkt war gut (22:10).

Nach einigen erfolglosen Versuchen auf beiden Seiten waren es dann die Blue Wings, die den alten Abstand im vierten Quarter wiederherstellten, indem Runningback Walter die Angriffsserie mit einem 3-Yards Lauf in die Endzone beendete. Receiver Dettmer erzielte im Anschluss seine nächste Two-Point-Conversion (Stand 30:10). Die Devils wussten darauf zu kontern und kämpften sich nach dem Kickoff mit einem einzigen langen Pass wieder heran. Der Extrapunkt war gut (Stand 30:17). Allmählich ging den Gastgebern die Puste aus, die sich immer mehr Fehler erlaubten und das Ballrecht wenige Minuten vor Ende aufgrund einer Interception abgeben mussten. Diese Chance ließen sich die Hamburger nicht nehmen und machten es mit dem nächsten Touchdown nochmal spannend (Stand 30:24). Hamburg setzte noch einmal alles dagegen, jedoch bewiesen die Wolfsburger ein letztes Mal Stärke und spielten die verbleibenden Sekunden souverän runter.

Incomplete! Wolfsburg konnte den Blue Devils immer wieder die Stirn bieten.                                                                             Quelle: Martina Schnelle

Entsprechend groß war die Freude zum Abpfiff, als Wolfsburg den ersten Heimsieg der Saison erzielte und die Bilanz in der Regionalliga (2 Siege, 1 Niederlage) aufwertete. „Das war eine große Hausnummer! Wir haben gegen einen großen Gegner gewonnen, hinter dessen Namen eine Menge Geschichte steht“ bejubelt Headcoach Stefan Trienke den Erfolg und ergänzt: „Dabei darf man nicht vergessen, dass es unser erstes Jahr in der Regionalliga ist und noch ein langer Weg vor uns liegt.“ Obwohl die Blue Wings bereits zwei der ersten drei Spiele gewinnen konnten, liegen noch neun weitere Saisonspiele vor ihnen, die eine Menge Ausdauer erfordern. Dabei wird sich erst am Ende herausstellen, ob die Wings dafür auch genügend Luft haben.

„Natürlich haben wir es uns aufgrund von Fehlern und Strafen unnötig schwer gemacht, aber am Ende zählt nur der Erfolg“ äußert Offense-Coordinator Torsten Schitting und weist damit zugleich auf die aktuelle Personalsituation hin. „Einige Spieler waren angeschlagen und wir mussten einige Umstellungen vornehmen, dafür haben wir uns jedoch sehr gut geschlagen“ so Schitting weiter. Daher hatten einige Rookies die Möglichkeit, sich gegen die Blue Devils zu beweisen und konnten sowohl positive als auch negative Erfahrung sammeln. „Etwas Lehrgeld gehört immer dazu“ erläutert Defense-Coordinator Stefan Korten, der vor allem in der zweiten Hälfte mit der Offense der Blue Devils zu kämpfen hatte. „Das knappe Ergebnis war zwar für die Zuschauer spannend, aber wir hätten ruhig weniger Punkte kassieren können. Einige Fehler waren dabei sehr schmerzhaft, aber genau diese bringen uns weiter.“ Alles in Allem erlebten die Zuschauer ein Duell auf Augenhöhe, das bis auf wenige Ausnahmen äußerst fair verlief. Während Wolfsburg eine überragende erste Hälfte ablieferte, hatte die Mannschaft vor allem in der zweiten Halbzeit mit enormen Leistungseinbußen zu kämpfen. Dieses Thema müssen die Blue Wings unbedingt in den Griff bekommen, wenn sie sich innerhalb der Regionalliga behaupten wollen. Denn aktuell ist noch gar nichts sicher.

Zudem steht bereits das nächste Spiel bevor, wenn Wolfsburg am Sonntag (26.05.) zum nächsten Auswärtsspiel zu den Bremerhaven Seahawks reist. Dennoch muss man in Wolfsburg am kommenden Wochenende nicht auf Football verzichten. Am Samstag (25.05.) steht nämlich das zweite Saisonspiel der Jugendmannschaft an, die sich zuhause gegen die Bremen Birds of Prey beweisen müssen.

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