Es geht um alles: Blue Wings im letzten Heimspiel gegen die Pioneers

In drei Wochen ist die Footballsaison für Wolfsburgs Footballer schon wieder vorbei, dabei ist in der Regionalliga Nord noch lange nicht alles geregelt. Mittlerweile sollte der jüngste Rückschlag – 35:40 Niederlage gegen Ritterhude in letzter Sekunde – verdaut sein, zumal die Mannschaft ihr Schicksal weiterhin selbst in der Hand hat. Um den Klassenerhalt abzusichern und eine gute Bilanz zu erzielen, ist die Aufgabe eindeutig: 3 Spiele, 3 Siege. An diesem Wochenende steht für Wolfsburg die nächste Herausforderung an, denn die Hamburg Pioneers sind zu Gast. Zudem handelt es sich um das letzte Heimspiel der Saison, wobei die Blue Wings nochmals aus den Vollen schöpfen wollen. Ein letztes Mal soll es auf dem heimischen Spielfeld hart gekämpft werden, um den Zuschauern ein besonderes Spektakel zu bieten. Jetzt kommt es darauf an, viel Raum für Fehler gibt es nicht und die Weichen sind gestellt. Kickoff ist am Samstag um 15 Uhr im TV-Jahn Stadion.

Über den bevorstehenden Gegner ist auf den Blick erst einmal wenig bekannt, da es sich tatsächlich um das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison handelt. Dennoch sind die Hamburg Pioneers keineswegs unbekannt. Der im Jahr 1988 gegründete Verein hat bereits viel Geschichte erlebt und verweilt seit 2013 in der Regionalliga, dabei sollte der Sprung in die GFL2 bislang noch nicht gelingen. Besonders ärgerlich: Vergangene Saison landeten die Pioneers auf dem zweiten Tabellenplatz und schrammten haarscharf am Aufstieg vorbei. In diesem Jahr läuft es für die Hamburger anders als geplant, die vor allem vom Verletzungspech verfolgt wurden. Schon zu Beginn der Saison verletzten sich alle drei etatmäßigen Quarterbacks, weshalb notdürftig ausgeholfen wurde und der Saisonstart eher durchwachsen verlief. Erst im siebten Spiel der Saison folgte die Kehrtwende und damit einhergehend der erste Sieg (17:14 vs. HH Blue Devils). Mithilfe von Importspielern haben sie sich vor allem auf der Position des Quarterbacks (England) und Runningbacks (USA) verstärkt, wobei ihr US-Runningback aufgrund eines Kreuzbandrisses vorzeitig ausgefallen ist. Dennoch haben die Pioneers auf die Siegerstraße gefunden und verweilen derzeit auf dem vorletzten Tabellenplatz (2 Siege, 5 Niederlagen, 2 Unentschieden). Aufgrund der steigenden Leistungen und des variantenreichen Angriffsspiels sollte der Gegner keinesfalls unterschätzt werden.

„Bei den Pioneers steht einiges auf dem Spiel, genauso wie bei uns. Die werden uns nichts schenken“ kommentiert Offense Coordinator Torsten Schitting und ergänzt: „Hier geht es bereits um alles“. Wolfsburg und die Pioneers trennen derzeit ein einziger Sieg. Generell ist das Teilnehmerfeld sehr dicht besiedelt und der Abstand zum Abstiegsplatz sehr gering. Mit einer einzigen Niederlage kann sich die gesamte Tabelle gravierend verändern und das Schlusslicht in gefährliche Nähe rücken. „Wir müssen den Heimvorteil dieses Mal richtig ausnutzen“ betont Headcoach Stefan Trienke. „Wir haben etwas gut zu machen und wollen es nicht drauf ankommen lassen“ so Trienke weiter. Die Mannschaft hat ein letztes Mal die Chance, sich vor den eigenen Zuschauern zu beweisen und für eine ausgeglichene Heimbilanz zu sorgen (aktuell 2 Siege, 3 Niederlagen).

Taktikbesprechung am Board. Die Blue Wings bereiten sich vor                                  Quelle: Martina Schnelle

Derweil kehren einige Abwesende/Verletzte wieder zurück, um die Mannschaft wieder aufzustocken und zu verstärken. Dennoch sind einige Positionen weiterhin dünn besiedelt, so dass einige Umstellungen vorgenommen werden müssen und den Spielern erneut einiges abverlangt wird. Innerhalb der Trainingseinheiten werden deshalb intensive Vorbereitungen mit den anwesenden Spielern vorgenommen, um Hamburg die Stirn zu bieten und nichts anbrennen zu lassen. „Jetzt liegt es an jedem einzelnen Spieler, über seine Grenzen hinauszugehen. Wir haben uns schon zu viele Fehler erlaubt“ erläutert Defense Coordinator Stefan Korten und ermahnt vor allem die Defense, welche in der Liga die drittmeisten Gegentreffer (273 Punkte) zugelassen hat. Die Blue Wings hatten immer wieder große Schwierigkeiten, tiefe Pässe sowie Läufe über die Außenseite abzudecken. „Das dürfen wir uns nicht mehr erlauben, denn Hamburg wird uns richtig auf die Probe stellen. Wir dürfen es ihnen gar nicht erst bequem machen“ ergänzt Korten. Für die Blue Wings wird es allmählich ernst und zudem müssen sie wieder in ihren Fokus finden. Schon vor zwei Wochen gegen Ritterhude bewiesen die Wolfsburger wahren Kampfgeist, doch nun gilt es, noch ein Quäntchen mehr Leistung abzurufen, um das Spiel auch über die gesamte Spielzeit zu dominieren. Schließlich will sich die Mannschaft im letzten Heimspiel gebührend von den heimischen Zuschauern verabschieden. Nun gilt es also: Alles geben und nicht zurückstecken!