Sauberer Abschluss: Blue Wings gewinnen letztes Heimspiel gegen die PIoneers

Besser hätte es kaum laufen können! Nach einem kleinen Dämpfer – 35:40 Niederlage gegen die Ritterhude Badgers – haben Wolfsburgs Footballer wieder Fahrt aufgenommen und ein wichtiges Zeichen gesetzt. Trotz Bundesligastart ließen es sich knapp 160 Zuschauer nicht entgehen, ein letztes Mal American Football in diesem Jahr zu erleben und die Blue Wings lautstark zu unterstützen. In diesem letzten Heimspiel der Saison folgte eine Wiedergutmachung, der selbst die Gäste aus Hamburg kaum etwas entgegenzusetzen hatten. Allen voran die Defense glänzte mit einer starken Leistung und leistete sich kaum Fehler, so dass Wolfsburg die Hamburg Pioneers mit einem eindeutigen 33:18 (0:3/25:7/8:0/0:8) besiegen konnte. Selbst mit Sieg Nummer fünf ist der Klassenerhalt immer noch nicht in trockenen Tüchern, da das Verfolgerfeld theoretisch noch aufrücken kann. Aber mit derartigen Rechnungen will sich die Mannschaft gar nicht erst beschäftigen. Stattdessen soll der positive Aufwind für die letzten beiden Spiele genutzt werden, um gar nicht erst in diese Bedrängnis zu geraten. Schließlich steht auch noch das Rückspiel gegen die Pioneers an, die mit Wolfsburgs Verteidigung beschäftigt war und einige Hausaufgaben mit nach Hause genommen hat.

Obwohl die Gäste zuerst das Angriffsrechts erhielten, wurde dieses bereits frühzeitig von Wolfsburgs Defense gestoppt. Die Offense der Wolfsburger hatte hingegen mit noch größeren Startschwierigkeiten zu kämpfen, da sie das Ballrecht ebenfalls nach wenigen Versuchen durch eine Interception abgeben mussten und dadurch Hamburg zur einer optimalen Feldposition in der gegnerischen Hälfte verhalf. Erneut war die Defense zur Stelle und konnte kurz vor der eigenen Endzone schlimmeres verhindern, so dass sich die Pioneers mit einem Fieldgoal begnügen mussten (Stand 0:3). Kurz darauf fanden auch die Wolfsburger ins Spiel und arbeiten sich mit einer Vielzahl von Läufen voran, jedoch einige Yards bis in die Endzone. Somit endete der Angriff zum Anfang des zweiten Quarters lediglich in einem Fieldgoal durch Kicker Sven Labahn, wodurch zumindest der Ausgleich wiederhergestellt wurde (Stand 3:3).

Das zweite Quarter stand nun ganz im Zeichen der Defense, die zugleich den ersten Touchdown des Tages erzielte. Dabei war es Cornerback Chris Sonderhoff, der das Vorhaben des gegnerischen Quarterbacks richtig deuten konnte, den angedachten Pass abfing und bis in die Endzone sprintete. Arne Dettmer setzte dem Ganzen noch einen drauf, indem er die anschließende Two-Point-Conversion mit einem Lauf verwandelte (Stand 11:3). Im nachfolgenden Angriffsversuch wurde es für die Gäste aus Hamburg kaum besser, die nur schwer vorankamen und sich die nächste Interception einfingen. Dieses Mal war es Safety Julien Reitmeier, der den Ball abfing und nach mehreren abgewehrten Tackles in die Endzone hechtete. Der Extrapunkt von Kicker Labahn war gut (Stand 18:3). Im nächsten Anlauf starteten nun auch die Hamburger durch, die von der Erschöpfung der Defense profitierten, die bislang zum Großteil auf dem Feld stand. Zum Abschluss legte der gegnerische Quarterback einen 30-Yard Pass in die Hände seines Receivers, direkt in der Endzone. Der Extrapunkt war erfolgreich (Stand 18:10). Durch eine kurze Unachtsamkeit gerieten die Pioneers sofort wieder in Ballbesitz, indem sie den Ball nach einem Onsidekick sicherten. Dieses Mal war die Defense aber wieder zur Stelle und ließ nichts anbrennen. Nach längerer Wartezeit meldete sich auch die Offense mit einem klaren Statement zurück, das nicht lange auf sich warten ließ. Quarterback Henrik Bosse feuerte einen 32-Yard Pass auf den laufstarken Receiver Arne Dettmer in die Endzone, der alle Verteidiger hinter sich stehen ließ. Kicker Labahn erzielte den Extrapunkt (Stand 25:10). Weitere Aktionen blieben bis zur Halbzeit aus.

Nach der Pause setzten die Blue Wings wieder genau dort an, wo sie im zweiten Quarter aufgehört hatten und bewegten sich über das Spielfeld bis kurz vor die gegnerische Endzone. Nach einigen erfolglosen Versuchen suchte QB Bosse das Feld ab, fand Receiver Labahn freistehend und bediente ihn mit einem 4-Yard-Touchdown-Pass. In der Two-Point-Conversion fing Labahn sogleich den nächsten Pass und erzielte somit zwei weitere Punkte für die Blue Wings (Stand 33:10). Die Gäste aus Hamburg waren sichtlich bemüht, den Rückstand zu verkürzen, blieben jedoch immer wieder erfolglos. Erst im vierten Quarter wollte der Funke noch einmal zünden, dabei handelte es sich jedoch nur noch um Ergebniskorrektur. Nach einer Serie mehrerer Pässe kämpften sich die Pioneers wenige Yards bis vor die Wolfsburger Endzone und vollendeten den Touchdown schließlich mit einem Lauf durch die Mitte. Auch die Two-Point-Conversion war erfolgreich (Stand 33:18). Trotz weiterer Bemühungen hatten die Gastgeber stets eine Antwort parat und nahmen in der Offense zudem viel Zeit von der Uhr, so dass der Sieg in keiner Weise gefährdet wurde.

Touchdown für die Blue Wings! Die Defense hatte dieses Mal alles im Blick.

Zum Abpfiff war die Freude entsprechend groß, da die Blue Wings nicht nur den fünften Erfolg eingefahren haben, sondern auch einen gebührenden Abschluss auf dem Heimfeld feiern konnten. „Das war eine super Leistung! Der Mannschaft wurde einiges abverlangt, aber sie hat nicht vom Kurz abbringen lassen“ kommentiert Headcoach Stefan Trienke das Ergebnis. Noch vor zwei Wochen waren die Wolfsburger in einer ähnlichen Situation und hatten die Führung gegen die Ritterhude Badgers in der Hand, am Ende sind die Blue Wings dann doch eingeknickt. Dieses Mal nicht, dieses Mal lief es koordinierter. „Wir haben einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Es läuft zwar nicht immer alles rund, aber das Team entwickelt sich ständig weiter. Vermutlich hat niemand erwartet, dass wir in unserem ersten Jahr in der Regionalliga so viele Siege einfahren“ ergänzt Trienke sichtlich erfreut.

Einen großen Anteil machte dieses Mal die Leistung der Defense aus, die unter anderem 12 Punkte aus eigener Kraft erzielen konnten. Immer wieder wurden Läufe frühzeitig gestoppt und Pässe unterbunden, so dass Hamburg generell Probleme hat, in gefährliche Nähe der Endzone zu gelangen. „Das war eines der besten Spiele in dieser Saison“ beurteilt Defense-Coordinator Stefan Korten aus Sicht der Defensive und ergänzt „Die zusätzlichen Einheiten haben sich bewährt“. Aufgrund der besonders vielen Gegentreffer im Verlauf der Saison nahmen es sich die Spieler der Defense besonders zum Herzen, Wiedergutmachung zu leisten und keine weiteren Debakel zu leisten. „Wir haben uns zurückgemeldet, und wie! An einigen Stellen haben wir es uns eventuell unnötig schwer gemacht, da ist also noch Luft nach oben“ beurteilt Korten und weist auf die noch zwei verbleibenden Spiele hin.

In der Offense wurden zwar auch fleißig Punkte erzielt, jedoch lief es nicht ganz so rund wie in den vergangen Spielen. „Heute waren wir alle nicht immer auf dem gleichen Level“ resümiert Offense-Coordinator Torsten Schitting. Hinzu kommt, dass die Defense in der ersten Halbzeit einen Großteil auf dem Spielfeld verbracht hat und die Offense erst spät in ihren Rhythmus fand. Dennoch war die Offensive in den entscheidenden Momenten immer hellwach und konnte die wichtigen Punkte erzielen. „Wir dürfen jetzt nicht einknicken und müssen wieder stark rauskommen“ so Schtting weiter.

Das vorletzte Spiel der Saison steht nämlich schon in den Startlöchern. Nach einer sehr kurzen Erholungsphase geht es dann am Samstag nach Hamburg, dieses Mal jedoch zu den Blue Devils. Diese dürften ebenfalls noch eine Rechnung offen haben, da sie das Hinspiel in Wolfsburg knapp mit 30:24 verloren haben. Es wird definitiv nicht einfacher und es bleibt abzuwarten, was sich Wolfsburg einfallen lässt.