Wieder auf Achse: Blue Wings müssen sich bei den Blue Devils beweisen

Es ist noch keine ganze Woche her, als die Hamburg Pioneers zu Gast in der Autostadt waren. An diesem Wochenende wird der Spieß umgedreht, denn TV-Jahns Footballer haben wieder ein Auswärtsspiel und treten dazu die Reise nach Hamburg an. Nach einer beeindruckenden Leistung im letzten Heimspiel (33:18 vs. Pioneers) steht bereits die nächste Herausforderung für die Blue Wings bevor, die sich im Rückspiel gegen die Blue Devils beweisen müssen. Die Gastgeber haben mit dem Aufsteiger noch eine Rechnung offen und werden vorm heimischen Publikum nicht so einfach lockerlassen, denn es steht einiges auf dem Spiel. Bei den Wolfsburgern hingegen besteht viel eher die Frage, ob sie den Motivationsschub aus dem letzten Spiel beibehalten oder sogar noch eine Schippe drauflegen. Denn letzte Woche ging bereits hervor, dass da noch Luft nach oben ist. Die Gäste sind noch keineswegs in Sicherheit und ein Absturz wäre umso bedauerlicher, weshalb erneut der Wille der gesamten Mannschaft gefragt ist. Kickoff ist am Samstag um 15 Uhr auf der Sportanlage Memellandalle.

Beim genaueren Blick auf den bevorstehenden Gegner wird deutlich, dass die Hamburg Blue Devils im Verlauf der Saison eine regelrechte Talfahrt durchgemacht haben. Zu Beginn der Saison konnten die Hamburger die ersten zwei Siege einfahren und standen auf dem zweiten Tabellenplatz, als direkter Nachfolger der Oldenburg Knights. Trotz Comebacks und aller Bemühungen ging das Hinspiel in Wolfsburg knapp mit 30:24 verloren, wodurch die erste Niederlage folgte und die Misere somit Fahrt aufnahm. Seit mittlerweile sieben Spielen warten die Devils auf den nächsten Erfolg und wurden dementsprechend in der Regionalliga durchgereicht. Im jüngsten Lokalderby gegen die Hamburg Pioneers schrammte der Erfolgsverein nur knapp an einem Sieg vorbei und musste sich am Ende mit einem Unentschieden (21:21) zufriedengeben. Aktuell verweilt der Gegner mit einer negativen Bilanz (2 Siege, 6 Niederlagen, 1 Unentschieden) im Tabellenkeller, das macht es jedoch umso gefährlicher. Das Teilnehmerfeld ist nach wie vor sehr dicht und die Hamburger haben wortwörtlich nichts zu verlieren.

„Das wird kein Selbstläufer“ erklärt Headcoach Stefan Trienke und ergänzt: „Bei den Blue Devils handelt es sich um einen Erfolgsverein, der sich nicht so einfach geschlagen geben wird.“ In der jüngsten Zeit trafen die beiden Vereine dreimal aufeinander (zweimal in der Oberliga 2017), wobei die Wolfsburger nur das jüngste Aufeinandertreffen (30:24) gewinnen konnten. „Wir müssen uns nicht verstecken, dürfen aber auch nicht zu übermutig werden“ so Trienke weiter und deutet zugleich auf den bisherigen Verlauf der Saison hin. Als Aufsteiger haben die Blue Wings bereits eine beeindruckende Leistung gezeigt und immer wieder für überraschende Siege gesorgt.

Immer weiter vorwärts! Die Blue Wings wollen sich in Hamburg nicht aufhalten lassen                                                                                        Quelle: Martina Schnelle

Genau jetzt kommt es darauf an, ob Wolfsburg die Kontinuität beibehält und sich vorzeitig absichert. Denn theoretisch ist der Klassenerhalt immer noch nicht durch. „Wir sind in der Vergangenheit schon oft frühzeitig eingeknickt und standen uns selbst im Weg. Wir haben diese Saison schon einige Siege liegen lassen“ ermahnt Offense-Coordinator Torsten Schitting. Immer wieder entstanden Abstimmungsschwierigkeiten und Fehler aufgrund von mangelnder Trainingsbeteiligung, weshalb die Offense an manschen Stellen unter ihren Erwartungen blieb. An diesem Wochenende erhofft sich Schitting viel von seiner Offense: „Wir haben das Potential und müssen es nur abrufen, jeden einzelnen Spielzug.“

Im Gegenzug dazu hatte die Defense im Verlauf der Saison mit Punkten kaum Probleme, die eher selten weniger als 20 Gegentreffer kassiert hat. Aktuell stehen die Blue Wings zwar immer noch an der drittschlechtesten Position (291 Punkte), jedoch wurde im letzten Spiel ein deutliches Zeichen gesetzt. „Das war bisher eine der besten Leistungen in dieser Saison. Darauf dürfen wir uns nicht ausruhen, sondern wir müssen daran anknüpfen“ kommentiert Defense-Coordinator Stefan Korten, der nach dem letzten Wochenende keinen Rückschlag erleben möchte. Fest steht jedoch: Bei Hamburg geht´s um alles und die werden nicht zurückstecken. Daher kommt es auf keine Individualleistungen an, sondern viel eher auf ein gutes Zusammenspiel zwischen Offense und Defense, wie auch schon im Hinspiel. Jetzt heißt es wieder alles geben!

Des Weiteren steht am Sonntag endlich das nächste Spiel der Jugendmannschaft an, die eine siebenwöchige Pause hinter sich haben. Die Junioren müssen ebenfalls auswärts ran und zwar gegen die SG Schaumburg/Stampeders. Das Hinspiel verloren die Wolfsburger dabei deutlich mit 6:24. Das generelle Problem ist aktuell die Punktearmut, da die Mannschaft innerhalb von vier Spielen nicht über 18 erzielte Punkte hinausgekommen ist, demgegenüber stehen jedoch 91 Gegentreffer. Dementsprechend gilt es, die Ärmel hochzukrempeln und wieder in die Spur zu kommen. Der Trainerstab um Headcoach Rune Baruschke zeigt sich zuversichtlich und hat vollstes Vertrauen in seine Mitspieler. „Die Mannschaft hat eine Menge Potential, muss es auf dem Platz jedoch abrufen und den Fokus im Spiel behalten“ resümiert Baruschke. Die lange Vorbereitungszeit ist abgeschlossen, nun gilt es abzuliefern und endlich wieder verwertbare Punkte einzufahren.